"Über die Angst"

 

"Wir haben nichts zu verlieren

außer unserer Angst"
Ton Steine Scherben

 

 

Es gibt viele Möglichkeiten mit der eigenen Angst umzugehen.

Ein möglicher Weg ist es sie auszusprechen, mit anderen darüber zu reden, sie auszudrücken, ein Bild zu malen, über sie zu schreiben, sich mit dem Thema "Angst" zu beschäftigen.

Dazu wollen wir Euch ermutigen.

 

Hier geben wir Menschen den Raum dafür, Gedichte oder kurze Texte aber auch "Fundstücke" und Bücher über das Thema "Angst" und über den Weg aus der Angst hin zu Mut und Zuversicht vorzustellen.

 

 

Erkennst Du klar, dass sich alle Dinge verändern,

dann wirst Du an nichts festhalten wollen.

Hast Du keine Angst vor dem Sterben,

dann gibt es nichts was Du nicht erlangen kannst.

Laotse - Tao Te King  (Vers74)

 
 
 
Schwarze Tinte
 
Am Schlimmsten ist es, wenn es dunkel wird
Und die Nacht den schneebedeckten Hang
In tiefem Schwarz versenkt
Wenn kein Vogelzwitschern mehr zu hören ist
Allein der Wind gefährlich raunt
Und meine Haut vor Kälte brennt
Dann bleibt nur Warten
Zusammengekauert
Hoffen
Dass mich die Schneewehen verschonen
Und die Lawinen
Dass kein Grauen mich findet
Ich unsichtbar im ganzen Weiß vom Schwarz verschluckt werde
Alles wird taub und blind
Nur drinnen in meiner Seele schreit die Angst
Sie lodert hell in mir
Ich will sie klein halten
Zurückhalten
Aufhalten
Sie will alles verbrennen
Kennt keinen Halt
Sie lässt keinen Platz für meinen Atem
Und jeder gute Gedanke erzittert vor ihr
Jede Klarheit erstarrt in ihrer heißen Kälte
Sie ist wie ein wütender Löwe
Der Feuer speit
Sie ist stärker als ich.
 
Doch ich fange sie mit meinen Worten
Und lösche sie mit der Schwere meiner schwarzen Tinte
Und irgendwann
Wird auch diese Nacht
Vorbei sein
 
 
Jenny Schwender,  November 2021
 

 

 

 

Was kann ich beitragen, den Zugang zum innerlichsten zu bekommen?

Dies löst schon Freude, Berührtheit in mir aus.

Mein Innerstes fühlt sich erkannt, gesehen.

Allein dieser Satz lud mich ein meine Augen zu schließen

und mich mit meinem Herzen wahrzunehmen.

 

Meine innere Stimme wieder zu finden,

Qualitäten wie Dankbarkeit, Vertrauen, Wahl,

Liebe, Freude, Schönheit zu erkennen

und leben mit der so feinen Herzvibration.

 

Ein geborgener Raum öffnet sich, in dem ich eine

Situation, eine Struktur wahnehmen kann.

 

Ich betrachte es mit meinem inneren Auge,

meinem Beobachter.

 

Es wird milder in mir.

Ich spüre Freude, mich in dieser Qualität zu erfahren.

Es interessiert mich zu erkennen, wie die

Zusammenhänge sind.

 

Ich treffe eine Wahl, was, wem ich mich zuwende.

Durch das Erkennen mit meinem Herzen

wird die Lösung sichtbarer.

 

So gehen wir gemeinsam ein Stück Weg.

 

Bald ist es gelöst.

 

Etwas Neues meldet sich an.

 

Helga, November 2021                  

 
 
Unsere tiefste Angst  
(Marianne Williamson / Antrittsrede von Nelson Mandela 1994 )
 
Unsere tiefste Angst ist nicht,
dass wir unzulänglich sind,
Unsere tiefste Angst ist,
dass wir unermesslich machtvoll sind.
 
Es ist unser Licht, das wir fürchten,
nicht unsere Dunkelheit.
Wir fragen uns: „Wer bin ich eigentlich,
dass ich leuchtend, begnadet,
phantastisch sein darf?“
Wer bist du denn, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Wenn du dich klein machst,
dient das der Welt nicht.
Es hat nichts mit Erleuchtung zu tun,
wenn du schrumpfst,
damit andere um dich herum
sich nicht verunsichert fühlen.
 
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit
Gottes zu verwirklichen, die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns,
sie ist in jedem Menschen.
 
Und wenn wir unser eigenes Licht
erstrahlen lassen
geben wir unbewusst anderen
Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
 
Wenn wir uns von unserer eigenen
Angst befreit haben
wird unsere Gegenwart
ohne unser Zutun andere befreien.
 
 
Unsere tiefste Angst 
Der Text wird häufig als „Auszug aus der Antrittsrede von Nelson Mandela 1994 in Pretoria / Tshwane“ bezeichnet – . Er stammt jedoch von Marianne  Williamson („A return to love“ bzw. „Rückkehr zur Liebe“)
 

 

 

 

Bücher

 

Wege aus der Angst: Über die Kunst, die Unvorhersehbarkeit des Lebens anzunehmen

von Gerald Hüther

Menschen verfügen über ein plastisches, zeitlebens lernfähiges Gehirn und müssen erst herausfinden, worauf es im Leben ankommt. Deshalb sind und bleiben wir Suchende. Aber allzu leicht können wir uns auf der Suche nach einem glücklichen und sinnerfüllten Leben auch verirren, als Einzelne ebenso wie als ganze Gesellschaft. Sobald wir zu spüren beginnen, dass wir auf Abwege geraten sind, bekommen wir Angst. Und das ist gut so. Die Angst ist unser wachsamster Begleiter. Sie ermöglicht es uns, aus Fehlern zu lernen. Ohne Angst können wir nicht leben.

Mit seiner langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Angstforschung geht der Neurobiologe Gerald Hüther in diesem Buch der Frage nach, wie sich diese, unser Leben schützende Funktion der Angst mit unserer Sehnsucht nach einem angstfreien Leben vereinbaren lässt. Seine überraschende Antwort: Menschen können auch lernen, berechtigte Ängste zu ignorieren. Sie können sogar die Erfahrung machen, dass sich eine tief in ihnen spürbare Angst durch eine andere, vordergründig ausgelöste und besser kontrollierbare Angst überlagern lässt. Um bestimmte Ziele zu erreichen, sind wir Menschen in der Lage, Angst sowohl zu unterdrücken wie auch zu verstärken nicht nur bei uns selbst, sondern noch viel wirkmächtiger bei anderen.

Das Schüren oder Beschwichtigen von Angst ist also gezielt zur Durchsetzung eigener Interessen und Absichten einsetzbar. Diese Instrumentalisierung der Angst macht Menschen abhängig und manipulierbar, beraubt sie ihrer Freiheit. Entsprechend beschreibt Gerald Hüther auch nicht, wie wir uns von der Angst befreien, sondern was wir tun können, um nicht zu Getriebenen der von anderen oder Interessengruppen geschürten Ängste zu werden.

Das Gehirn eines Buddha: Die angewandte Neurowissenschaft von Glück, Liebe und Weisheit

von Rick Hanson

Das Gehirn eines Buddha weist uns wirksame Wege, wie wir Liebe, Weisheit und wahres Glück in unserem Leben erfahren können, und erklärt uns auch physiologisch, wie und warum das funktioniert. Der Strom unserer Gedanken formt unser Gehirn und vermag uns so, neue Möglichkeiten, Handlungsräume und Gefühlswelten zu eröffnen – oder auch zu verschließen. Demgemäß lautet die grundlegende Botschaft aktueller neurobiologischer Forschung: „Indem du dein Gehirn verändern kannst, kannst du dein Leben ändern.“ Gestützt auf jüngste Forschungsergebnisse zeigt uns Das Gehirn eines Buddha auf, wie wir unser Gehirn stimulieren und stärken können, um zu erfüllenderen Beziehungen und zu einem stärkeren Gefühl von innerem Vertrauen und Wert zu finden.