"Über die Angst"

 

"Wir haben nichts zu verlieren

außer unserer Angst"
Ton Steine Scherben

 

 

Es gibt viele Möglichkeiten mit der eigenen Angst umzugehen. Ein wichtiger Weg ist sie auszusprechen, mit anderen darüber zu reden, sie auszudrücken, ein Bild zu malen, über sie zu schreiben.

Dazu wollen wir Euch ermutigen.

 

Hier geben wir Menschen den Raum dafür, Gedichte oder kurze Texte über ihre Angst und ihren eigenen Weg aus der Angst hin zu Mut und Zuversicht vorzustellen.

 

 

 
 
 
Schwarze Tinte
 
Am Schlimmsten ist es, wenn es dunkel wird
Und die Nacht den schneebedeckten Hang
In tiefem Schwarz versenkt
Wenn kein Vogelzwitschern mehr zu hören ist
Allein der Wind gefährlich raunt
Und meine Haut vor Kälte brennt
Dann bleibt nur Warten
Zusammengekauert
Hoffen
Dass mich die Schneewehen verschonen
Und die Lawinen
Dass kein Grauen mich findet
Ich unsichtbar im ganzen Weiß vom Schwarz verschluckt werde
Alles wird taub und blind
Nur drinnen in meiner Seele schreit die Angst
Sie lodert hell in mir
Ich will sie klein halten
Zurückhalten
Aufhalten
Sie will alles verbrennen
Kennt keinen Halt
Sie lässt keinen Platz für meinen Atem
Und jeder gute Gedanke erzittert vor ihr
Jede Klarheit erstarrt in ihrer heißen Kälte
Sie ist wie ein wütender Löwe
Der Feuer speit
Sie ist stärker als ich.
 
Doch ich fange sie mit meinen Worten
Und lösche sie mit der Schwere meiner schwarzen Tinte
Und irgendwann
Wird auch diese Nacht
Vorbei sein
 
 
Jenny Schwender,  November 2021
 

 

 

 

Was kann ich beitragen, den Zugang zum innerlichsten zu bekommen?

Dies löst schon Freude, Berührtheit in mir aus.

Mein Innerstes fühlt sich erkannt, gesehen.

Allein dieser Satz lud mich ein meine Augen zu schließen

und mich mit meinem Herzen wahrzunehmen.

 

Meine innere Stimme wieder zu finden,

Qualitäten wie Dankbarkeit, Vertrauen, Wahl,

Liebe, Freude, Schönheit zu erkennen

und leben mit der so feinen Herzvibration.

 

Ein geborgener Raum öffnet sich, in dem ich eine

Situation, eine Struktur wahnehmen kann.

 

Ich betrachte es mit meinem inneren Auge,

meinem Beobachter.

 

Es wird milder in mir.

Ich spüre Freude, mich in dieser Qualität zu erfahren.

Es interessiert mich zu erkennen, wie die

Zusammenhänge sind.

 

Ich treffe eine Wahl, was, wem ich mich zuwende.

Durch das Erkennen mit meinem Herzen

wird die Lösung sichtbarer.

 

So gehen wir gemeinsam ein Stück Weg.

 

Bald ist es gelöst.

 

Etwas Neues meldet sich an.

 

Helga, November 2021