Informationen und Hintergründe zu Covid19

Zusätzlich zu unseren Informationen auf der Startseite wollen wir Ihnen/Euch hier noch Hintergrundinformationen zur Einordnung der täglichen Meldungen über Covid-19 geben. 

 

Aus Gründen der Übersichtlichkeit ergänzen wir unsere folgende Zusammenstellung hier durch eine zusätzliche chronologische Liste mit neuesten Meldungen.

 

Hinweis vorab:

Wir bedanken uns für das positive Feedback vieler Patient*innen, die uns zumeist zeigen, dass wir mit unseren Informationen zur Beruhigung und Einordnung der vielen Meldungen in den Medien beitragen konnten. Wir haben aber auch Emails und Briefe erhalten, in denen wir beschimpft, beleidigt und bedroht wurden. Wir werden diese Zuschriften nicht beantworten.

Das praxiskollektiv, März 2020

 

Wir kritisieren die Kriegsrhetorik, die Überflutung von Laien mit epidemiologischen Zahlen, die ohne Vergleichszahlen mit dem "Normalen" dann eben oft geradezu apokalyptische Visionen entstehen lassen und vor allem eines tun: Angst und Panik verbreiten. 

Als Folge produzieren viele Medien Bilder, die ohne nüchterne Einordnung zu einer aufgeheizten und hochemotionalen Stimmung in der Bevölkerung führen.

 

Dazu Ziffer 14 aus dem Deutschen Pressekodex (2017):

“MEDIZIN-BERICHTERSTATTUNG
Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.”

Neben der potentiellen Gefahr des Virus, sehen wir auch die Gefahren der schnell ergriffenen Maßnahmen. Zwei Aspekte machen uns dabei Sorgen: 

Die potentielle Gefahr führt momentan zur Aushebelung demokratischer Grundregeln, zu fehlender Transparenz wissenschaftlicher, kontroverser Diskussion und zu politischen Ad-hoc-Handlungen. Zum anderen vermissen wir eine dringend notwendige sachliche Diskussion zur Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen.

Im Hinblick auf die massiven und autoritären Einschnitte in elementare Freiheits- und Grundrechte, die in vielen Ländern über Nacht umgesetzt wurden, hat der Virus nicht nur enormes Potential, die Gesundheit von vielen alten Menschen mit Vorerkrankungen zu gefährden, sondern auch Grundlagen unseres zivilisierten Zusammenlebens, lange erkämpfte Freiheitsrechte, Selbstbestimmungsrechte, Minderheitenrechte zu zerstören. 

Wir sind der Meinung, dass aufgeklärte Menschen sehr wohl zu einer Einschätzung der Gefahr und einer Schlussfolgerung für den Umgang damit in der Lage sind. Eine Schwierigkeit dabei ist der große Grad an Ungewissheit, der auch bei Wissenschaftlern besteht. Auch hier geht es nicht nur um die Ungewissheit zum Verlauf der Pandemie, sondern auch um die Ungewissheit bezüglich der Wirkung und Nebenwirkung der erforderlichen Maßnahmen.

Wir halten es allerdings für fatal, unsere Selbstbestimmung im Angesicht dieses Schockrisikos aufzugeben. Das Leben und das Schicksal der Gesellschaft autoritär allein in die Hände von gerade Regierenden und ihren Berater*innen zu legen, ist sicherlich niemals eine gute Idee.

Auf dieser Sonderseite versuchen wir, Sie/ Euch bei der eigenen Beurteilung zu unterstützen.

 

Hinweis:

Covid19 wird derzeit intensiv beforscht, fast täglich gibt es neue epidemiologische Zahlen, die kritisch eingeordnet werden müssen. Somit sind auch Einschätzungen extrem dynamisch. Mit zunehmend gesicherten Erkenntnissen müssen Hypothesen revidiert werden. Das betrifft bei einer Kontroverse immer beide Seiten.

Mit unseren Mitteln sind wir hier nicht in der Lage, tagesaktuell diesen dynamischen Prozess abzubilden. Wir bemühen uns aber, die Seite möglichst aktuell zu halten.

 

Leider kommen in fast allen Medien derzeit überwiegend Wissenschaftler*innen zu Wort, die den Virus als sehr gefährlich einschätzen. Darstellungen des worst-case-Szenarios mit Hochrechnung von Millionen Toten sind omnipräsent. Die Wahrnehmung einer potentiellen viralen Bedrohung ist allgegenwärtig. Konträre, seriöse Meinungen sind kaum wahrnehmbar. Stattdessen blühen, wie bei Weltuntergangsängsten üblich, abstruse Verschwörungstheorien auf und kursieren im Internet.

Dass die Möglichkeit eines tödlichen Virus allerdings nicht neu, sondern schon immer allgegenwärtig ist, wird dabei vergessen. Der Fokus auf Covid19 hat einen enormen Rechtfertigungsdruck für kritische Stimmen zur Folge. Der normale Vorgang einer freien, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion über die richtige Einschätzung findet nicht mehr statt. Die Berichterstattung ist hoch emotionalisiert. Viele Ärzt*innen sind verängstigt, der eingeengte Blick auf eine potentielle Gefahr verändert auch das Denken und Handeln von Mediziner*innen. Angst und Opportunismus geben zu oft den Takt vor.

Einschneidende Maßnahmen und Aussetzung elementarer Grundrechte scheinen in dieser Stimmung alternativlos und werden von der Mehrheit nicht nur widerstandslos hingenommen, sondern oft sogar aggressiv gegenüber zweifelnden Mitmenschen durchgesetzt.

Hörbare Zwischenrufe sind die Ausnahme. "Wenn man es nicht besser wüsste, ließe sich das Procedere der letzten Tage wie das Drehbuch einer rechtspopulistischen Machtübernahme lesen." (René Schlott)

 

Bei dem Übergewicht von Meldungen und Berichten, die das worst-case-Szenario in den Vordergrund rücken, finden wir es wichtig, auch seriöse konträre Einschätzungen darzustellen. Deshalb versuchen wir, hier einige abweichende Meinungen von Fachleuten und Wissenschaftler*innen, die zur eigenen Meinungsbildung hilfreich sein können und die wir für seriös halten, zugänglich zu machen. Wir schaffen es aber nicht, die Kontroverse hier umfassend zu dokumentieren.

 

Der Virus und sein Gefahrenpotential vom Mainstream abweichende Einschätzungen aus medizinisch-epidemiologischer Perspektive

 

Prof. Sucharit Bhakdi forschte und lehrte bis 2012 am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz. Das vorhergesagte Horrorszenario um Covid19 hält er für falsch. Die aktuellen Maßnahmen findet er grotesk, überbordend und gefährlich, gesellschaftlich vergleicht er sie mit einem kollektiven Selbstmord.

In einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin vom 26.03.2020 stellt er Fragen zur Interpretation der Datenlage, die eine ausgewogene Analyse der Gefahrenlage erst ermöglichen könnten und plädiert für eine neue Strategie, die Risikogruppen effektiv schützen könne, „ohne das öffentliche Leben flächendeckend zu beschneiden und die Saat für eine noch intensivere Polarisierung der Gesellschaft [zu] säen.“

 

Der Immunologe und Toxikologe Prof. Dr. Stefan Hockertz erklärt in einem Radiobeitrag, dass er Covid19 nicht gefährlicher als Influenzaviren einschätze und hält die Maßnahmen für völlig überzogen und unverhältnismäßig. Die Bilder aus Italien und Spanien seien dem besonderen Blick auf ein ohnehin marodes Gesundheitssystem geschuldet. 

 

Nach der Einschätzung von Prof. Streeck, leitender Virologe der Uniklinik Bonn, könnte es sein, dass die Sterblichkeit nach Ende der Infektionswelle nicht höher als in den vergangenen Jahren liegen wird. Bei Stern TV sagt er: „Einige Experten zeichnen Horror-Szenarien, andere sehen es mit kühlem Kopf. Wäre uns das Virus nicht aufgefallen, hätte man vielleicht gesagt, wir haben dieses Jahr eine schwerere Grippewelle.“

 

Bei radio1 wurde die Virologin Frau Prof. Mölling interviewt, nicht ohne dass sich die Redaktion im Nachhinein zu einer Distanzierung genötigt fühlte. Mölling warnt auch bei Phönix vor Panikmache und hält die aktuellen Maßnahmen nicht für verhältnismäßig.

 

Der renommierte Gesundheitswissenschaftler Prof. Ioannidis von der Universität Stanford erklärt im US-amerikanischen Gesundheitsmagazin STAT, dass sowohl die Einschätzung zur Verbreitung des Virus, als auch die jetzt beschlossenen Gegenmaßnahmen nicht auf verlässlichen Daten und Evidenz fußen. Seiner Meinung nach haben wir uns mit dem Shutdown entschieden, von einer Klippe zu springen, ohne zu wissen, ob das eine rationale Handlung ist und ob wir sicher landen können.

 

Carsten Scheller, Professor für Virologie an der Universität Würzburg, unternimmt in einem Audio-Blogbeitrag eine grobe Einordnung des COVID19-Virus in Gegenüberstellung zur Influenza. Dabei zeigt er Parallelen in Erkrankungsbild, Übertragungswegen und Todesraten für Deutschland auf und verweist auf die gleichwohl so andersartige Wahrnehmung der schweren Influenzawelle von 2017/ 2018 durch die Medien, während derer innerhalb von rund acht Wochen 25.000 Menschen gestorben seien.

Die Szenarien, die nun den unmittelbar bevorstehenden Kollaps auch für deutsche Krankenhäuser vorhersagen, basierten auf einer unzuverlässigen und ungenauen Datenbasis. Er plädiert für Stichproben-Testungen, um zu verlässlichen Prognosen kommen zu können und verweist im übrigen auf Japan, das trotz mutmaßlich hoher Infektionsrate und ohne kompletten Lockdown des öffentlichen Lebens gleichwohl nicht zu einem hot spot der Epidemie geworden sei.

 

Professor Willich, Epidemiologe der Charité, warnt vor noch schärferen Maßnahmen. Es „gibt keinen Grund, das ganze Land in häusliche Quarantäne zu schicken“.

 

Das EbM-Netzwerk stellt in einer aktuellen Stellungnahme fest:  Es gibt insgesamt noch sehr wenig belastbare Evidenz – weder zu COVID-19 selbst, noch zur Effektivität der derzeit ergriffenen Maßnahmen.

 

Die Notwendigkeit von Vergleichen mahnt Prof. Margit Osterloh an. Die Medien sollten die beinahe stündlichen neuen Corona-Meldungen nicht ohne entsprechende Vergleiche mit den Todesfällen bei früheren Epidemien veröffentlichen. Nur so sei eine realistische Risikoeinschätzung möglich.

 

Das Hantieren mit falschen statistischen Zahlen und Größen kritisiert der Statistikprofessor Gerd Bosbach. Manchen Wissenschaftlern würde er gerne Kamera bzw. Mikrofon entziehen. 

 

Eine abweichende Meinung zur prognostizierten Gefahr vertritt auch der SPD-Gesundheitspolitiker und ehemalige Amtsarzt Wolfgang Wodarg*. Auf seiner Homepage bemüht er sich, epidemiologische Zusammenhänge zu erklären und einzuordnen.

 

* Wolfgang Wodarg wird derzeit in einigen sozialen Medien als Verschwörungstheoretiker diffamiert und verleumdet. Der Vorwurf lautet, er habe auch Medien, die Verschwörungstheorien verbreiten bzw. Kontakte zu Rechten haben, Interviews gegeben, bzw. werde von diesen zitiert. Wir kennen Wolgang Wodarg als progressiven Sozialdemokraten, der als Humanist und Arzt frei von wirtschaftlichen Interessenkonflikten mit nüchternen Analysen und Untersuchungen versucht, ethisch und aufklärerisch die Interessen von Patient*ìnnen zu vertreten. Seine Entscheidung, auch umstrittenen Medien Interviews zu geben, kann kritisiert werden, ihm deshalb eine Nähe zu rechten Verschwörungstheoretikern zu unterstellen ist abwegig.

Derzeit läuft eine Kampagne unter Beteiligung von Leitmedien wie Tagesspiegel, Welt und Spiegel, die versucht, mit allen Mitteln Wodarg zu diskreditieren. Sämtliche "Faktenchecks" dieser Medien bestätigen die grundsätzliche Richtigkeit seiner Feststellungen, unterstellen ihm dann aber zusätzlich andere Aussagen und führen dagegen durchweg lediglich Annahmen an, die zur Diskussion vielleicht taugen, zur Widerlegung wahrlich nicht. Der Konjunktiv, also die Möglichkeitsform, ist bei der Gegenargumentation in der Regel der durchgehende Modus. 

 

In Europa wählt Schweden wissenschaftlich begründet einen anderen Weg und setzt auf den Schutz der Risikopersonen, während das gesellschaftliche Leben normal weitergeht. Die Strategie hat genauswenig Evidenz wie der Lockdown, verhindert aber mit Sicherheit die tödlichen Folgen der sozialen Isolation. Bis zum heutigen Tag (26.04.) bleibt Schweden bei seiner Strategie ohne Lockdown und könnte recht behalten.

 

Der Virus und sein Gefahrenpotential - akute und längerfristige Auswirkungen der Angst und der verfügten Eindämmungsmaßnahmen 

 

Derzeit scheint der allgemeine, buchstäblich weltweite Ausnahmezustand eine gemeinhin akzeptierte „Notwendigkeit“. Mit ebenso erstaunlicher wie erschreckender Schnelligkeit werden Maßnahmen, die massiv die Freiheitsrechte beschneiden, von der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung nicht nur hingenommen, sondern ostentativ bejaht. Differenzierung der wahrgenommenen und vermittelten Sachverhalte, Hinterfragen der Maßnahmen müssen, wie es scheint, hinter der drängenden Notwendigkeit, schnell und entschlossen eine übergroß wahrgenommene, tödliche Gefahr abzuwehren, zurückstehen.

Die Debatte um die „Angst vor der Angst“ und die verheerenden Folgen, die die von Angst getriebenen Eindämmungsmaßnahmen kurz-und längerfristig hervorrufen werden, wird noch von geringer medialer Aufmerksamkeit begleitet. Allerdings mehren sich die Stimmen, die nicht nur unter wirtschaftlicher Prämisse auf die Opfer der Maßnahmen hinweisen, die anders als die an bzw. mit COVID19 Gestorbenen keiner Wahrnehmung und Zählung unterliegen.

 

Alternativen zum Shutdown werden unter namhaften Epidemiologen vorwiegend intern diskutiert, in der Öffentlichkeit taucht davon allerdings wenig auf. Eher stellen hier Ökonomen grundsätzliche Überlegungen an, die meist in Wirtschaftsmedien nachzulesen sind.

Prof. Knut Wittkowski ist ein renommierter Infektionsepidemiologe, der in seiner  neuesten Arbeit am Beispiel SARS-CoV-2 zeigt, wie durch die Atemluft übertragene Viren sich schnell weltweit verbreiten und wie sie besonders bei Kindern, Jugendlichen und deren Eltern innerhalb von wenigen Wochen eine natürliche "Herdenimmunität" erzeugen. Er hält die Maßnahmen des allgemeinen "social distancing" für völlig falsch und sogar schädlich.

 

Der Risikoforscher Prof. Grigenzer denkt, dass wir uns mit dem Coronavirus ziemlich sicher vor dem Falschen fürchten. Er fragt sich, warum wir aus der falschen Panik vor der Schweinegrippe nichts gelernt hätten.

 

Die Kontaktverbote werden katastrophale Konsequenzen für Menschen mit psychischen Problemen, für Pflegebedürftige, für Betroffene von häuslicher Gewalt haben. Für eine mögliche Rettung vor dem Tod durch Covid-19 werden diese sicheren Folgen ohne Diskussion hingenommen. 

 

Ein Beitrag im ZDF-heute journal vom 29.03.2020 fragt nach den möglichen Folgen der Eindämmungsmaßnahmen für die Menschen und lässt dabei Wissenschaftler wie den Epidemiologen und Leiter des Zentrums für Infektionsforschung am Helmholtz Zentrum, Professor Gérard Krause, zu Wort kommen, der u.a. auf den Zusammenhang von wirtschaftlichen Folgen und gesundheitliche Schäden hinweist, die in ihrem Ausmaß „größer sein [könnten] (...) als das Ausmaß der Pandemie selbst.“

 

Die Medizinethikerin und Vorsitzende des Europäischen Ethikrats, Prof. Christiane Woopen, die die Eindämmungsmaßnahmen im Grundsatz bejaht, plädiert in einem Interview im Deutschlandfunk gleichwohl für eine frühzeitige Planung des Ausstiegs aus dem Lockdown und fragt, „was diese wirtschaftliche Krise mit den Menschen macht. Was bringt die Arbeitslosigkeit? Wie viele psychische Erkrankungen fördert das? Inwiefern führen auch diese Shutdown-Maßnahmen, also Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen möglicherweise zu häuslicher Gewalt, zu Kindesmissbrauch?“

 

Eine Sammlung von Nebenwirkungen, die in der Kriegsrhetorik auch als Kollateralschäden bezeichnet werden, sind auf der Homepage kollateral.news nachlesbar.

 

 

Vergleichszahlen / Was ist normal?

 

Gerade zur Abschätzung von Pandemien wurde 2008 das europaweite Projekt EuroMOMO gestartet. Ziel war es, in Echtzeit standardisierte Gesamtmortalität in Europa darzustellen. Ein Update findet wöchentlich statt. Abweichungen auf nationaler Ebene werden ebenfalls in Echtzeit dargestellt. Vorteil dieses Instruments ist, dass sich viele Verzerrungen in beide Richtungen aufheben und somit äußerst valide Daten in Bezug auf den wichtigen Endpunkt "Tote" geliefert werden. Nachteil ist, dass viele regionale, spezifische Ursachen in den Kurven nicht abgebildet werden, da sie im "Grundrauschen" der Gesamtsterblichkeit bzw. Übersterblichkeit untergehen. EuroMOMO stellt derzeit jedoch die valideste Datenbasis dar. Die Verspätungen dürften beim derzeitigen Fokus der Behörden auf die taggenaue Feststellung und Veröffentlichung der Totenzahlen vergleichbar gering sein.

Bis jetzt (Woche 16/2020) ist auf europäischer Ebene eine Erhöhung der Todeszahlen messbar. Ähnliche Ausschläge waren auch in der Vergangenheit zu beobachten. Zum Beispiel in der Grippesaison 2016/2017 und 2017/2018. Auffällig ist hier, dass auch in der Saison 2016/2017 relativ starke Abweichungen in Italien, Frankreich, Portugal und Spanien festzustellen waren. Zwar sind Nachmeldungsverzögerungen mit eingerechnet, trotzdem bleiben die Angaben der letzten Wochen noch unpräzise.

Eine wichtige Frage ist also: sind die gezählten Toten, die Covid19-positiv getestet wurden, ein normaler Teil der Toten, die im Durchschnitt und eventuell saisonal verstärkt zu verzeichnen sind?

Es wäre dann durchaus denkbar, dass sich zwar zweifellos ein neuer Virus in der Bevölkerung exponentiell ausgebreitet hat, jedoch ohne die Gesamtsterblichkeit stärker zu beeinflussen wie in anderen Jahren mit Grippewellen. Konkrete Zahlen zum Vergleich der Toten durch Grippe in den Vorjahren, die ebenfalls in einem kleinen Zeitraum (Winter) aufgetreten sind :

                                           Grippe/Influenza                    mit oder an SarsCov2 (Stand 5.5.20)

Deutschland 2017/18           25.100                                  2019/20    6.993

Italien         2016/17             24.981                                  2019/20  29.079

England        2014/15           34.300                                  2019/20  32.313

Es stellt sich die Frage, ob die getroffenen Eindämmungsaßnahmen dann verhältnismäßig sind oder vielleicht sogar sinnlos, da sie statt präventiv zu wirken, enormen Schaden in vielen Bereichen unseres Lebens anrichten. Diese Frage wird selten diskutiert. Bei der BBC tauchte sie mal kurz als Meldung auf.

 

 

Wann der Tod Saison hat - Das ganz "normale" Massensterben (Wissen-Welt)

 

Normale Verhältnisse:

In Deutschland sterben pro Tag im Durchschnitt ca. 2.600 Menschen. Davon sind etwa 2.200 über 65 Jahre alt.

In Italien sterben pro Tag im Durchschnitt ca. 1.800 Menschen.

In den Wintermonaten sterben durchschnittlich pro Monat etwas mehr, was u.a. mit dem Auftreten von Infekten zu tun haben dürfte, die auf alte Menschen mit schweren  Vorerkrankungen treffen.

 

Tote durch Atemwegserkrankungen / Was ist normal?

 

Laut Todesursachenstatistik des statistischen Bundesamts starben beispielsweise im Jahr 2017 in Deutschland insgesamt 68.408 an Krankheiten des Atmungssystems. Darin enthalten sind Menschen, die auch einen viralen Infekt der Atemwege hatten. Viele, die ebenfalls einen viralen Infekt der Atemwege hatten, sind in der Statistik nicht erfasst, da bei vielen alten Menschen von Mediziner*innen andere Ursachen z.B. deren Grunderkrankungen (Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs usw.) auf dem Leichenschein kodiert wurden. Eine Messung auf Viren bei Toten erfolgte in Deutschland im Normalfall nie.

 

520.000 Tote durch Luftverschmutzung in Europa pro Jahr

Die Luftverschmutzung in Europa hat nach Berechnungen der Europäischen Umweltagentur (EEA) im Jahr 2014 zum vorzeitigen Tod von mehr als 520.000 Menschen geführt – mehr als 80.000 davon in Deutschland. Rund 400.000 dieser Todesfälle in Europa und etwa 66.000 in Deutschland ließen sich auf die Belastung durch Feinstaub zurückführen, teilte die EEA gestern mit. Stickoxide sind demnach für den Tod von knapp 13.000 Menschen in Deutschland verantwortlich.

 

 

Situation in Italien - Apokalypse, "normale" Virusinfektion in Kombination mit Massenpanik oder regionale Besonderheit?

 

Auch für Italien gilt: Normalzustand sind in den Wintermonaten im Durchschnitt der letzten zehn Jahre ca. 1.800 - 1.900 Tote pro Tag

EuroMOMO  zeigt mit Beginn der 13. Woche einen deutlichen Anstieg der Übersterblichkeit bis zur Woche 14/2020, der den Anstieg in der Grippewelle 2016/17 sogar leicht übertrifft (siehe z-score im Ländervergleich). In der Saison 2016/2017 starben in Italien 24.981 Menschen an Grippe in relativ kurzem Zeitraum (ca.  von Ende Dezember 2016 bis Ende März 2017). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder mit SarsCov2 gestorben sind, beträgt bisher 29.079 (Stand 05.05.2020). Dabei bleibt unklar, wieviele der gezählten Toten in ursächlichem Zusammenhang mit SarsCov2 stehen. Professor Ricciardi, Mitglied der WHO und Chefberater der italienischen Regierung, erklärt, dass nach einer Re-Evaluation durch das italienische Gesundheitsministerium nur bei 12% der bisher gezählten Toten ein direkter Zusammenhang mit dem Virus nachgewiesen werden konnte. Auch in Deutschland werden die Zahlen von vielen Expert*innen hinterfragt. In Hamburg wurden gegen die Empfehlung des RKI gezielt Obduktionen zur Feststellung der Todesursachen bei Covid-19 zugeordneten Toten durchgeführt. Während das RKI bisher von 14 Toten ausgeht, zählt die Hamburger Gesundheitsbehörde nur acht. Der renommierte Hamburger Rechtsmediziner Professor Klaus Püschel, der die Obduktionen durchführt, hält die Angst vor Corona für übertrieben.

 

Für eine realistische Einschätzung der Situation ist es also dringend notwendig, die Zahlen mit den Vorjahren zu vergleichen. Gibt es mehr Tote pro Tag in Italien, insbesondere in der Lombardei, als in den Vorjahren, insbesondere in der Grippesaison 2017/2018 bzw. 2016/2017?

 

Bilder und Sprache zum Umgang mit den Verstorbenen in Italien lösen verständlicherweise Entsetzen und tiefe Betroffenheit aus. Nur noch mit Hilfe der Armee und deren Lastwagen können die Leichen aus den Krankenhäusern abtransportiert werden, die Krematorien sind überlastet. Bilder und Videos von Soldaten, die in ABC-Schutzausrüstung als infektiös gekennzeichnete Särge verladen, lösen apokalyptische Assoziationen aus. Ein wichtiger Hintergrund sollte dabei nicht vergessen werden: Bestattungsunternehmen in Italien und anderswo weigern sich zunehmend, die als infiziert geltenden Leichen würdevoll zu bestatten. Dazu gehören die übliche Aufbahrung und die dafür notwendigen Prozeduren, die normalerweise Angehörigen einen würdigen Abschied ermöglichen sollen. Viele Friedhöfe in Italien sollen sich derzeit weigern, Erdbestattungen vorzunehmen, die italienischen Behörden sollen ein Verbot von Erdbestattungen für Covid-19 positiv getestete Leichen erlassen haben. So wäre zumindest gut erklärbar, dass selbst bei üblicher saisonaler Übersterblichkeit bei einer Konzentration von Toten in den Krankenhäusern ein Abtransport nur noch mit Hilfe der Armee zu bewerkstelligen ist. Auch Wartezeiten bei Krematorien in Zeiten saisonaler Übersterblichkeit müssen keine Besonderheit darstellen, bei plötzlicher Reduktion von Erdbestattungen wäre eine Verlängerung der Wartezeiten zusätzlich erklärbar.

 

 

Die Zustände in den Krankenhäusern in Norditalien und die entsprechenden medialen Bilder und Berichte könnten auch Ergebnis verschiedener zusammenfallender Faktoren sein:

 

- die bekannten Mangelzustände im Gesundheitssystem Italiens durch neoliberale Sparpolitik

- regionale Häufung von schweren Atemwegsgrunderkrankungen durch Luftverschmutzung

- Massenpanik, ausgelöst durch die Berichterstattung (staatliche Institutionen, Medien)

- Verbreitung von Viren in überlaufenen Notaufnahmen unter Risikopersonen

- eine Erkältungswelle, die ausgelöst durch Covid19 stärker als in den Vorjahren ist

- regionales Auftreten noch anderer Viren in Kombination mit Covid19

- veränderte Wahrnehmung und Einordnung der Situation durch Ärzt*innen (Schockrisiko)

- veränderte Indikationskriterien zur Beatmung und medikamentösen Behandlung

- Schnellere Verbreitung bei vulnerablen Gruppen durch andere Familien- bzw. Wohnstrukturen

 

Eine vorläufige Zusammenfassung zu Italien ist am Ende dieses Absatzes zum Download verfügbar.

 

Die Berichterstattung und Panik vor dem Coronavirus hat auch in Italien zu einer massiven Überinanspruchnahme der Krankenhäuser durch Menschen mit lediglich Erkältungssymptomen geführt. Das alles bei einem schon im Normalzustand völlig überlasteten Gesundheitssystem dort. Ohne Zelte vor den Krankenhäusern wäre schon dieser Ansturm nicht zu bewältigen gewesen. Unter infektionsepidemiologischen Aspekten ist die Konzentration von Risikopersonen an einem Ort (Krankenhaus, Zelte usw.) höchst bedenklich und kontraproduktiv. Schon unter normalen Bedingungen sterben in Italien bis zu 11.000 Menschen jährlich an Keimen, die erst im Krankenhaus übertragen worden sind. Es muss angenommen werden, dass bei dem Ansturm auf die Krankenhäuser der letzten Wochen auch einige Patient*innen dabei waren, die Covid19 oder andere Keime auf Risikopersonen übertragen haben.

Überlastete Krankenhäuser mit kollabierenden Intensivstationen gab es auch in der Grippewelle 2018 in der Lombardei, über die aber nicht in internationalen Medien berichtet wurde. Auch Krankenhäuser mit ähnlich desolater Gesundheitsversorgung in Spanien und USA hatten in dne vorjahren regelmäßig chaotische Zustände während der Grippesaison zu verzeichnen.

Die Lombardei gehört zu den bevölkerungsreichsten Gebieten Italiens und mit einem hohen Anteil von Industrie auch zu den Gebieten mit der größten Luftverschmutzung in Europa. Nachweislich sind in derartigen Regionen Lungenerkrankungen überproportional vorhanden. Italien gehört zu den Ländern mit dem höchsten Altersdurchschnitt, also mit sehr vielen alten Menschen. 

 

Wahrnehmung der Profis vor Ort

Die Einschätzung von einem Teil der Virologen, dass Covid 19 als neuer Virus mit exponentiellem Wachstum eine besondere Gefahr darstelle, ist omnipräsent.
Dabei könnte sich dann auch die Wahrnehmung von medizinischen Profis ändern. Als Beispiel sei hier die Indikation zur Beatmung genannt. Intubiere ich einen hochbetagten Patienten mit über 80 Jahren und mehreren schweren Vorerkrankungen noch, oder ermögliche ich ihm ein würdevolles Sterben im Kreis seiner Angehörigen? Diese Entscheidung wird durch den Fokus auf einen Patienten, der Covid-19 positiv getestet wurde und deshalb als "akut krank" bezeichnet wird, beeinflusst. In dieser Perspektive, die nicht mit wissenschaftlicher Evidenz übereinstimmen muss, ist es verständlich, dass jetzt mit Isolation und Maximaltherapie reagiert wird. Es geht dann nur noch um eine Infektion, die überstanden werden muss, es geht um Leben oder Tod. Bei vielen Sterbenden würde in der gleichen Situation trotz Vorliegen von schweren Atemproblemen keine Indikation zur Beatmung gestellt. In den meisten Fällen handelt es sich hier um eine ethische Entscheidung, die ein würdevolles Sterben ermöglichen soll.
Eine invasive mechanische Beatmung unter Narkose stellt gerade für alte Menschen mit Vorerkrankungen eine große Belastung dar und muss immer genau abgewogen werden.
Eschreckend sind tatsächlich die Leitlinienempfehlungen zur frühzeitigen invasiven Beatmung, die keinen Vorteil gegenüber der Unterstützung mit Sauerstoffmasken bringt, sondern möglicherweise sogar das Leben der Patient*innen verkürzen könnte. Als Grund wird in der aktuellen Leitlinie angeführt, dass die Aerosolbildung bei der schonenderen Behandlung mit Sauerstoffmasken, die ohne Narkose/ Sedierung durchgeführt wird und die auch auf peripheren oder Palliativstationen angewendet werden könnte, zu höherer Infektionsgefahr für das medizinische Personal führen kann. Ob diese Empfehlung mit ethischen ärztlichen Werten in Übereinstimmung steht, ist fraglich.
 
Als Folge könnte jetzt eine anfänglich niederschwellige Indikation zur intensiven Behandlung und Beatmung schnell zu totaler Überlastung der Intensivstationen und der vorhandenen Beatmungskapazitäten führen. Dann muss die berichtete Triage (Priorisierung nach Überlebenschancen) einsetzen, mit allen ethischen Implikationen, über die ebenfalls mit großer Emotionalität berichtet wird, die aber in der Tat oft zum traurigen Normalzustand in auf wirtschaftliche Effizienz getrimmten Kliniken gehört.
 
 
Die letzten Tage ihres Lebens verbringen alte Menschen, die mit Erkältungssymptomen in ein Krankenhaus in  Italien eingeliefert wurden, aktuell wahrscheinlich sehr einsam. Umgeben von mehrfach vermummten Personal sterben sie ohne Besuche ihrer Angehörigen, die meisten Bestattungen finden ohne Beteiligung der Familie statt.

 

Bei der hohen Emotionalität der Bilder aus Italien ist es vielen nicht mehr möglich, andere Erklärungen als die einer besonders bedrohlichen Seuche überhaupt zu denken.

Die bisher vorliegenden belastbaren Zahlen könnten aber durchaus mehrere, systemische Ursachen haben. 800 Tote mit positivem Test auf Corona an einem Tag könnten auch einen Teil der "normalen" Sterblichkeit bzw. Übersterblichkeit unter besonderen regionalen, medialen und gesellschaftlichen Bedingungen darstellen. Durch regionale Gegebenheiten wäre in der aktuellen Situation auch eine Übersterblichkeit erklärbar, die weniger mit der katastrophalen Virulenz des Erregers als mit anderen Kofaktoren zusammenhängt.

Nach Angaben des italienischen Gesundheitsministeriums sind die Verstorbenen im Durchschnitt 81 Jahre alt, 50% litten mindestens unter drei schweren Vorerkrankungen, und wurden positiv auf Covid19 getestet. Die Tatsache, dass bei 800 von durchschnittlich 2.000 Toten am Tag (das entspräche der "normalen", saisonalen Tagessterblichkeit) Corona gemessen wurde, gäbe dann zwar Aufschluss über die Verbreitung des Virus, würde aber noch nicht unbedingt seine Ursächlichkeit belegen.

 

Unbestritten sind die Berichte von Ärzt*innen und Zeitungsmeldungen aus Italien, die in der Lombardei z.B. in der Region Nembro eine signifikante Übersterblichkeit teilweise um den Faktor 4 in Zusammenhang mit Covid19-Infektionen in den letzten Wochen festgestellt haben. Zur Einordnung müssten neben dem Auftreten eines neuen Coronavirus auch besondere Situationen in Betracht gezogen werden und Fragen geklärt werden. Sind auch Nebenwirkungen der Eindämmungsmassnahmen, Angst und Panik ein Faktor, könnten auch regionale, sytemische Ursachen zur stark erhöhten regionalen Übertsterblichkeit geführt haben? Eine Bestätigung der Zahlen, die regionalen Gegebenheiten und weitere Faktoren müssen eruiert werden, ein Vergleich mit ähnlichen regionalen Anstiegen während einer Infektionswelle in den Vorjahren wäre sinnvoll.

Diese Fragen können nur mit belastbaren, validen, epidemiologischen Daten geklärt werden.  

 

Eine Zusammenstellung von Quellen und weitere Detailinformationen stehen in untenstehendem Dokument zum Download zur Verfügung und befinden sich gerade in Überarbeitung und Aktualisierung.

Zahlen_Daten_Italien-0804.pdf
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Zahlen zur Grippe (Influenza)

 

Deutschland

Immer wieder wird berichtet, dass jährlich Tausende in Deutschland an saisonaler Grippe sterben. Doch woher kommen solche Zahlen? Auf den Totenscheinen ist Influenza kaum zu finden, da der Tod fast immer durch Komplikationen wie bakterielle Pneumonien verursacht wird. Verwendet wird daher ein mathematisches Modell. Darin gehen jahreszeitliche Schwankungen bei den Todeszahlen mit ein, ebenso Faktoren wie die Stärke der Influenza-Aktivität und deren Verlauf.

Das RKI wertet dabei die laborbestätigten Fälle und Todesfälle, die dem Institut über ein Netz von Sentinelpraxen gemeldet werden, aus (vergleichbar mit einer Stichprobe). Auf dieser Basis wird dann eine Exzessschätzung vorgenommen.

Verglichen wird dann die Zahl der Toten, wie sie ohne Influenza sein sollte, mit der tatsächlichen Zahl während einer Grippewelle. Die Differenz (Exzess-Mortalität oder Übersterblichkeit) wird der Influenza zugeschrieben.

Beispielsweise wurden dem RKI in der Grippesaison 2017/18 1.674 Todesfälle gemeldet - laut Schätzung des RKI sind demzufolge 25.100 Menschen zusätzlich an Grippe gestorben. Zum Verlgleich: bisher (Stand: 19.5.2020) wurden in Deutschland 8.0417 Tote mit positivem Abstrich von SarsCOV2 gezählt. Die Intensivstationen sind teilweise nur zu 50% ausgelastet, manche Regionen warten auf die prognostizierte Welle, manche vermuten wie bei einem Tsunami, wo sich die Welle  durch den anfänglichen Rückgang des Wassers ankündigt, dass die

Riesenwelle noch kommt, andere denken, die erste Welle sei vorbei, und die zweite sei im Anmarsch, einige denken, dass es bisher in Deutschland keine Welle gab und auch keine mehr geben wird). Die Übersterblichkeit in Deutschland ist in der Wintersaison 2019/20 unter dem Durchschnitt geblieben. Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Grippe beantwortet das RKI auf seiner Webseite.

 

Die durch Influenza bedingte Letalität war innerhalb der vergangenen 15 Jahre mit mehr als 30.000 Toten in der Saison 1995/1996 am höchsten. 2002/2003 und 2004/2005 kam es zu etwa 15.000 zusätzlichen Todesfällen.

 

Die dadurch ausgelöste Erhöhung der wöchentlichen Gesamtmortalität ist in der graphischen Darstellung von EuroMOMO abzulesen. Andere virale Erkältungswellen, die eine sogenannte Übersterblichkeit (also Abweichung vom Durchschnitt) zur Folge hatten, sind dort auch beispielsweise in den Wintermonaten 2016/2017 zu erkennen.

 

Weltweit

Jedes Jahr sterben weltweit vermutlich zwischen 290.000 und 645.000 Menschen an Atemwegserkrankungen infolge einer Influenza-Infektion, so die Schätzung eines internationalen Forschernetzwerks unter Federführung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC.

Bis zum aktuellen Zeitpunkt werden laut Johns-Hopkins-Universität weltweit 318.857 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 gezählt (19.05.2020).

 

 

 

Impfungen gegen saisonale Viren (Grippe) - zweifelhafter Schutz

 

Mediziner*innen bemühen sich weltweit, Impfstoffe zu entwickeln, um Krankheiten zu verhindern. Die Pharmaindustrie macht einen beträchtlichen Umsatz mit Impfstoffen. Die Wirksamkeit ist bei vielen Impfungen umstritten. Gerade bei Viren, die sich schnell verändern, sind Impfstoffe oft unwirksam. Manche hoffen jedoch, dass wenigstens eine Art Kreuzimmunität (Antikörper, die auch gegen leicht veränderte Viren teilweise wirksam sind) entsteht, die einen milderen Verlauf zur Folge hat. Die harten Daten sehen für Influenzawirkstoffe nicht gut aus. Gerade bei den über 65jährigen kann durch die Impfung bisher kaum Wirkung nachgewiesen werden. In einer Metaanalyse höchster wissenschaftlicher Qualität heißt es nach Auswertung von 31 Studien in Lancet:

"Influenza vaccines can provide moderate protection against virologically confirmed influenza, but such protection is greatly reduced or absent in some seasons. Evidence for protection in adults aged 65 years or older is lacking."

 

Leider ist davon auszugehen, dass bei einem Impfstoff gegen Coronaviren ähnliche Probleme auftreten werden. Ein Abwarten bis zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs unter Aufrechterhaltung der Kontaktverbote (Lockdown) mit allen bekannten drastischen Folgen scheint unter diesem Aspekt ein ziemlich zweifelhaftes Konzept zu sein.

 

Rassismus und Corona

 

Vincent Bababoutilabo und Massimo Perinelli werfen einen antirassistischen Blick auf die aktuelle Pandemie. Sie diskutieren darüber was die Corona-Krise mit Rassismus und der humanitären Katastrophe an den europäischen Außengrenzen zu tun hat und holen sich Rat bei italienischen Genoss*innen. In einem Podcast hier zu hören.

 

 

Verzögerte Versorgung bei Herzinfarkt und Schlaganfall ?

 

Erste Berichte aus den Krankenhäusern deuten einen Rückgang der Inanspruchnahme von Schlaganfallstationen (stroke-units) und der Behandlung von Herzinfarkten an.

Die Angst vor Ansteckung könnte also für bestimmte Gruppen sogar zu einem kontraproduktiven Verhalten bezüglich Inanspruchnahme zeitnaher lebensrettender Behandlung führen.

 

Covid19 - Gesellschaftliche Folgen

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<< ... weil auch Wissenschaftler gegen den Irrtum nicht gefeit sind, haben sie den Zweifel zum Prinzip erklärt. Erst dieser macht – so paradox das erscheinen mag – Wissenschaft zum verlässlichsten System der Weltbeschreibung. … Versuch und Irrtum, fragen, hinsehen, noch einmal fragen, wieder hinsehen, dieses Prinzip ist besonders dann existenziell, wenn Wissenschaftler wenig wissen. … Der aus den Zweifeln entstehende Streit – Ist die Methode angemessen? Sind die Daten verlässlich? Wie sind sie zu interpretieren? - ist dabei nicht Schwäche, sondern Stärke des Systems. >> Andreas Sentker in der ZEIT, 26.03.2020, S.3.